Glemser, Bernd
02.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Abschlusskonzert Meisterkurs
03.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Duo-Abend GERHARD OPPITZ - BERND GLEMSER
04.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Rezital BERND GLEMSER
Duo Walachowski
05.09. Mallorca, Centre Cultural
Tysman, Helene
04.09. Drôme, Frankreich, Poët-Laval - Centre d'Art Raymond Du Puy
 
 

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   Kirill Gerstein: Bach · Beethoven · Scriabin · Gershwin/Wild
Preis: 9.99 €
Kat-Nr.: OC 323
Format: CD

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Der 1979 geborene russische Pianist ist der Gewinner des ersten Preises beim Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv. Er debütierte beim Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman und wurde mit dem „Reuters“ Preis der Verbier-Akademie geehrt. Die Presse bezeichnete ihn als „Visionär…, der allem, was er spielt, einen tieferen Sinn gibt“(Le Temps, 3. August 2001).

Kirill Gerstein piano

Zu den Werken

Das Klavier ist ein eher abstraktes Instrument – seine einzelnen Töne haben nicht den warmen, persönlichen Charakter der Violine oder des Violoncellos. Sobald sich die Töne aber zu einem Ganzen vereinen und unterund gegeneinander ausgewogen sind, verleihen sie dem Klavier Suggestions- und Illusionskraft: Legato, Orchestertextur und Gesangslinien beginnen sich herauszukristalisieren. Komponisten haben diese Stärke des Instruments auf verschiedene Weise ausgenutzt. Diese Unterschiede und Ähnlichkeiten, die von der Zeit, dem Stil, der Philosophie von Ästhetik und von dem jeweiligen Geschmack der Komponisten abhängen, zeigen die Gemeinsamkeiten und Kontraste der Werke, die ich hier eingespielt habe.

Bei den Werken von Bach und Beethoven wird das Tasteninstrument häufig verwendet, den Orchesterstil jener Zeit anzudeuten und wiederzuspiegeln (manchmal bereichert, manchmal unverziert). Der erste Satz der Partita Nr. 4 von Bach ist praktisch eine „Transkription“ einer Orchesterouvertüre im französischen Stil. Die Sarabande könnte sehr einfach in ein instrumentales Stück verwandelt werden. Beethovens Klaviersonaten laufen häufig mit seinen Experimenten im Streichquartett- oder Sinfoniegenre parallel. Das Adagio molto der Sonate Nr. 1 Op. 10 ist ein Vorläufer der langsamen Sätze seiner späteren Streichquartette. Man könnte die Behauptung aufstellen, daß die schnellen, verzierten Passagen in diesem Satz rein pianistischen Charakter haben. Es ist dann interessant zu beobachten, wie diese und andere Einfälle für Tasteninstrumente wiederum Beethovens Schaffen im Streichquartettgenre und bei anderen Ausrucksmitteln beeinflussen. Das Finale dieser Sonate ist voll von sinfonischen Kontrasten und enthält eine mit dem Eröffnungsmotiv von Beethovens Fünfter Sinfonie eng verwandte Version, die diesem Motiv jedoch mehrere Jahre vorangeht.

Mit seinem frühen Stil setzt Scriabin die von Chopin eingeschlagene Richtung fort, indem sein Klavierstil bis auf einige Ausnahmen in keiner Weise versucht, den Orchesterklang widerzuspiegeln. Scriabins Klaviermusik bekundet wie die von Chopin seine große Liebe zu dem Instrument als solches. Während die musikalischen Gedanken von Bach und Beethoven häufig für das Klavier übertragen (arrangiert) werden, sind Scriabins Texturen so angelegt, die klingenden Obertöne hervorzubringen, die diesem Instrument eigen sind. In späteren Jahren änderte Scriabin seinen Stil drastisch, und obgleich die Etüden Op. 65 virtuose Klavierstücke sind, sind ihre technischen Schwierigkeiten eher auf Scriabins rein kompositorischen Interessen zurückzuführen. In jedem dieser Stücke hält er sich in den Grenzen eines bestimmten Intervalls. Das 9., 7. und 5. Intervall setzt den drei Etüden jeweils die Grenze. Diese ungewöhnliche Auswahl gibt diesen Etüden ihren einzigartigen Klang. Die Intervalle vereinigen sich zu den typischen Harmonien Scriabins und zwingen zudem die Hände zu ungewöhnlichen, zunächst unbequemen Positionen, um so das zu erfüllen, was der Titel verspricht – eine technische Herausforderung.

Mit Earl Wilds Bearbeitungen von Gershwin- Liedern reicht die Tradition romantischer Klaviertranskriptionen bis ins Ende des 20. Jahrhunderts. Der komplexe Klavierstil von Rachmaninoff und Godowsky wird mit den Jazz- Melodien der Lieder Gershwins verbunden. Wilds wunderbares Gefühl für Klaviertextur und Klangfülle ist aus seinen Aufnahmen offensichtlich. Diese Stücke versprühen die reine Freude am Spiel und Zuhören des Klanges dieses so abstrakten und gleichzeitig so persönlichen Instruments – des Klaviers.
© Kirill Gerstein 2003


Pressezitate


...Dieser 23-jährige CD-Debütant wirkt so frei, so souverän, so intelligent und gefühlvoll, dass er, ganz mühelos, zum Kern der jeweiligen Musik vordringt, ihren Charakter freilegt und uns mit seiner charismatischen Überzeugungskraft in seinen Bann schlägt. So stelle ich mir den Pianisten der Zukunft vor: perfekt,polyglott, offen, hochsensibel und sicher - ein global player, der trotzdem Individualität verkörpert.... Attiler Csampai, Stereoplay 02/04


CD 1

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Partita No. 4 in D major BWV 828
1  Ouverture  06:18  
2  Allemande  04:27  
3  Courante  03:27  
4  Aria  02:13  
5  Sarabande  04:11  
6  Menuet  01:41  
7  Gigue  03:53  

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Piano Sonata in C minor Op. 10 No. 1
8  Allegro molto e con brio  04:52  
9  Adagio molto  07:46  
10  Finale. Prestissimo  04:22  

Alexander Scriabin (1872–1915)
Etudes Op. 8
11  No. 2 A capriccio, con forza  01:39  
12  No. 3 Tempestoso  01:56  
13  No. 4 Piacevole  01:49  
14  No. 7 Presto tenebroso, agitato  01:54  

3 Etudes Op. 65
15  No. 1 Allegro fantastico  03:44  
16  No. 2 Allegretto  01:49  
17  No. 3 Molto vivace  01:46  

Earl Wild (*1915)
18  Etude No.1 after “Embraceable You” by George Gershwin  03:10  
19  Etude No.4 after „Liza” by George Gershwin  03:15  

total 65 : 19
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